Termine:
Donnerstag, 7. Mai um 19.30 Uhr
Freitag, 8. Mai um 19.30 Uhr
Samstag, 9. Mai um 19.30 Uhr
Sonntag, 10. Mai um 18 Uhr
„Mein Freund Harvey“ – ein Stück von Mary Chase, das immerhin von Alfred Polgar übersetzt worden ist, war ein 50er Jahre Renner, verfilmt mit dem berühmten James Stewart als Elwood P. Dowd.
Elwood gilt als etwas verschrobener Mensch, der seiner mittellosen Schwester Veta Louise und deren Tochter Myrtle Mae im alten Elternhaus ein Heim gibt. Auch sonst scheint Elwood mehr als großzügig, er schenkt Leuten bei seinen zahlreichen Kneipenbesuchen Geld, er verteilt gerne seine Visistenkarten und er ist zu jedem Menschen- gleich welchen Standes- wohlwollend freundlich.
Es gibt nur EIN Problem- zumindest in den Augen seiner Schwester und Nichte: Elwood sieht einen großen, weißen Hasen, genannt Harvey. Dieser Harvey , der für alle in Elwoods Umfeld unsichtbar bleibt, muss mit am Tisch sitzen, macht es der jungen Myrtle schier unmöglich, junge Leute einzuladen und beide Frauen fangen an, sich gesellschaftlich sehr zu schämen, weil Elwood- sobald er auftaucht- meist „Harvey“ dabei hat.
Es kommt wie es kommen muss: Veta beschließt, Elwoods Einweisung in eine Psychiatrische Anstalt. Dort aber verhält sich Elwood den Ärzten Und Therapeuten gegenüber so freundlich und liebevoll, dass sich mehr als einmal die Rollen umdrehen und ER zum guten Zuhörer wird.
Er spricht der wohlstandverwahrlosten Frau des Chefarztes Mut zu, er holt durch seine Ins Schwarze treffenden Fragen die tiefsten Fantasien eines Arztes an die Oberfläche, er hält sich nicht an Krankenhaus- Hierarchien, indem er eine Krankenschwester so wertschätzend behandelt, wie sie es noch nie erlebt hat und wandelt schließlich als der „Normalste“ durchs ganze Haus.
Das Ende ist fast tragisch, aber im letzten Moment entscheidet sich Veta doch noch, ihrem Bruder keine Spritze verpassen zu lassen, die ihn sicher zu dem machen würde, was – wie ein Taxifahrer erzählt- den Menschen endgültig zum Roboter werden lässt.
DAS STÜCK ist eine gelungene Satire auf die Gesellschaft, und deren Kategorien für sogenannte „Verrücktheit“ und „Normalität“. Die „Normalen“ in der Geschichte verhalten sich mitunter sehr habgierig, unfreundlich und – wie im Falle des Chefarztes Dr. Chumley - vollkommen egomanisch. Während der, den Alle für „verrückt“ erklären, äußerst freundlich und menschlich durchs Stück geht.
Es gehört zu einer der berührendsten Szenen, wenn Elwood erzählt, wie er in den Kneipen, wo er gern mehrere Whiskeys zu sich nimmt, den Leuten zuhört. Ihren Nöten, ihren Ängsten, ihren Sorgen. Und wie er diese lindert, bzw. die Menschen erleichtert, weil er meint, dass angesichts seines Freundes „Harvey“ alles Schwere, was sie bedrückt, verblasst.
Niemand weiß, ob es diesen Hasen wirklich gibt, ob Elwood ihn sich ausgedacht hat. Ob ER ihn wirklich sieht. Aber das macht nichts. Die Verwandlung der Menschen in Elwoods Nähe und die überaus tolerante Freundlichkeit, die er lebt – DAS ist Realität. Wer wollte da noch sagen, was verrückt oder normal bedeutet?
Performancegruppe THEATER!
Elwood P. Dowd - Meinrad Winge
Veta Louise Simmons, seine verwitwete Schwester - Lisi Greilinger
Myrtle Mae, ihre Tochter - Johanna Flies
Omar Gaffney, Anwalt der Familie Dowd - Christian Baumgartner
Dr. William Chumley, Psychiater - Markus Neumann
Betty Chumley, seine Frau - Monika Lychnovsky
Dr. Lyman Sancderson, Psychiater - Karin Mairitsch
Ruth Kelly, Oberschwester im Sanatorium - Diana Schiller
Marvin Wilson, Angestellter im Sanatorium - Monika lychnovsky
Mrs.Ida Chauvenet / Tante - Diana Schiller
E.J. Lofgreen, Taxi Chauffeur/ Mrs.Tewsbury, Sängerin, Lernschwester Hildegard u.a - Lena Müller
Inszenierung und Theatertraining: Birgit Oswald
Die Performancegruppe THEATER! Wurde von Birgit Oswald 2011 gegründet. Zahlreiche Stücke hat die bei ihren Mitgliedern stetig wechselnde Truppe auf die Bühne gebracht. Dabei ist es den Mitwirkenden wichtig, gute Literatur auf die Bühne zu bringen.
Aufgeführt wurde in Wien bereits im Prückel, im Off Theater, im TheaterCenterForum und- gerne und oft- im Theater Experiment. Ein Auszug aus den aufgeführten Stücken: „ Yvonne, die Burgunderprinzessin“, „Shakespeare- Collage“, „Kunst“, „Das Maß der Dinge“ , „ Abschiedsdinner“ , „Die Wiedervereinigung der beiden Koreas“ , „ Pension Schöller“ u.a.)
Die DarstellerInnen der Gruppe sind z.T. schon jahrelang dabei, z.T. sind sie Neulinge. Alle Mitglieder sind ausnahmslos AMATEURE und haben in ihren sonstigen Leben diverseste Berufe . Vom Psychotherapeuten, über IT- Manager, eine Logopädin, Studierende, ein Anwalt, eine Umweltmanagerin, eine Schneiderin, eine Kinderentwicklungsbegleiterin ist bei der bunten Truppe alles und noch mehr vertreten.
Birgit Oswald: „ Es ist mir eine Freude, mit diesen guten Amateuren jedes Jahr ein Stück zu erarbeiten. Ich arbeite mit den Leuten, wie bei meinen Profi- Inszenierungen und liebe es, alle darin zu unterstützen, dass das Stück Gestalt annimmt und jede SpielerIn auf der Bühne zum Blühen kommen kann. Die Figurenentwicklung geht ja oft mit einer Persönlichkeitserweiterung einher. Menschen dabei zu begleiten, ist meine Leidenschaft.“