von Marie Eugenie Delle Grazie
mit Erwin Bail, Andrea Nitsche, Andreas Paul Seidl, Stephan Weinberger und Veronika Zellner
Dramatisierung & Regie: Stefanie Elias
Vom Küchenjungen bis zum Kapitän – die Passagiere des wohl bekanntesten Atlantik-Dampfers begegnen einander unmittelbar vor der Katastrophe. Ein poetischer und unterhaltsamer Abend zwischen Hybris und Untergang …
Die Titanic gilt als Meisterwerk der Technik, als Versprechen einer beherrschbaren Zukunft. Auf ihrer Jungfernfahrt versammeln sich Menschen unterschiedlichster Herkunft: Vertreter:innen von Wissenschaft, Religion und Politik, Bedienstete, Reisende und Künstler:innen. Sie sprechen über Fortschritt, Verantwortung und Glauben – und über ein Schiff, das als unsinkbar gilt. Während unter Deck gearbeitet, gehofft und gefürchtet wird, feiert man über Deck den Triumph der Technik. Doch das Meer hört zu.
In dieser Bühnenfassung der Novelle von Marie Eugenie Delle Grazie wird die historische Katastrophe zur zeitlosen Parabel auf die menschliche Überheblichkeit. Das Stück entfaltet sich als Folge von Begegnungen, Gesprächen und inneren Monologen. Philosophische Diskurse stehen neben alltäglichen Momenten, leise Komik neben existenzieller Bedrohung. Zwischen Rationalität und Aberglauben, Begehren und Verantwortung, Kunst und Untergang zeigt sich ein Panorama menschlicher Selbsttäuschung.
Marie Eugenie Delle Grazie war neben Marie von Ebner-Eschenbach eine der prominentesten österreichischen Schriftstellerinnen um 1900 – und ist heute beinahe in Vergessenheit geraten. Sowohl ihr episches als auch ihr lyrisches Werk zeichnen sich durch Reife aus. Sie schrieb neben Populärliteratur auch gesellschaftskritische Werke, in denen sie für Freiheit und Menschenwürde eintrat.
Mit Delle Grazie setzt das Theater Experiment seine Reihe zur Wiederentdeckung vergessener Autorinnen fort – nach Elsa Bernstein und Margarete Beutler.
immer Dienstag bis Samstag
Beginn 19:30